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Nun ist er also da: Der erste Werbespot für Kinect. In ihm will Microsoft vor allen Dingen Stimmung machen durch die Präsentation von verschiedenen Spielszenen aus Kinect Sports. Das funktioniert auch, die Szenen sind actiongeladen, schnell, rasant. Die Spieler stehen einfach vor dem Fernseher und schlagen wild durch die Luft, reisen einen Fuß in die Höhe oder stampfen die ganze Zeit auf der gleichen Stelle – je nachdem ob sie gerade Tischtennis spielen, ein paar Bälle kicken oder sich ein virtuelles Wettrennen mit einem Mitspieler liefern.
Dass dabei irgendwo eine Kamera steht und das ganze aufzeichnen muss, fällt gar nicht auf, es ist so, wie es sein soll: Im Fokus steht der Spieler und das Spiel, also das Bild, das auf den Fernseher projiziert wird. Xbox 360 sowie Kinect geraten vollkommen in den Hintergrund. Das hat Microsoft sehr treffend in dem Spot umgesetzt.
Weniger treffend hingegen sieht es mit den von Microsoft gewählten Emotionen aus, mit denen die Schauspieler dem Kunden den Spaß mit Kinect suggerieren sollen. Nicht, dass das Spiel irgendwie langweilig herüberkommen würde – nein, nein. Es ist viel mehr einfach das Zuviel an Emotionen. Das Feuerwerk, das das ganze schon wieder unglaubwürdig werden lässt.
Denn dass in der Werbung gerne einmal übertrieben wird, das weiß jeder. Aber Microsoft hat mal wieder den Rahmen mit dem Surrealen überspannt. Wenn eine glückliche Familie zusammensitzt und die gebleechten Zähne im Licht glänzen, ist das ja nichts Besonderes. Wenn es sich im Wohnzimmer aber bei jedem Pass, den die Mutter auf den Fuß des Mitspielers schießt, bei jedem Schmetterschlag, den der Vater gekonnt über das Netz schlägt, so anhört, als ob Deutschland gerade die Fußballweltmeisterschaft gewonnen hätte, weil die Kinder aus dem Jubeln gar nicht mehr herauskommen, dann wirkt das auf mich nicht nur unglaubwürdig, nein, ich empfinde auch direkt ein wenig Mitleid mit dem armen Denker in irgendeiner Werbeagentur, der das wieder verzapft hat.
Aber gut, es ist noch hin bis zum Release und wer weiß, ob Microsoft bis dahin den Spot nicht noch ein wenig korrigiert oder gar komplett neu abdreht. In der jetzigen Fassung wird er sowieso nicht ins Fernsehen kommen, beträgt seine Länge doch 1:30.





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